Ergotherapie in der Pädiatrie
Wann wird Egotherapie beim Kind eingesetzt? Ergotherapie wird bei Kindern eingesetzt die in ihrer körperlichen, geistigen oder seelischen Entwicklung gegenüber Gleichaltrigen zurückbleiben. Wenn ein Kind Ausfälle oder Störungen in der Bewegungsfähigkeit zeigt wird Ergotherapie eingesetzt. Bei Kindern bei denen die Verarbeitung von Sinnesreizen im Gehirn gestört ist, sowie wenn ein oder mehrere Sinnesorgane geschädigt sind wird auch ergotherapeutisch behandelt. Wesweitern werden in der Ergotherapie Kinder behandelt die auf ihre Mitmenschen und ihre Umwelt mit übermäßiger Angst, Aggression, Abwehr oder Passivität reagieren (Verhaltensauffälligkeiten zeigen).
Wie kann sich zeigen, dass ein Kind Ergotherapie Wuppertal benötigt? Eine gestörte Verarbeitung von Sinnesreizen im Gehirn kann sich dadurch zeigen, dass ein Kind aufällig auf bestimmte Stimuli reagiert. Z.B. wenn das Kind geräuschemfindlich ist, und negativ auf unerwarteten Lärm reagiert, oder sich nur schlecht Konzentrieren kann, wenn andere Geräusche in der Nähe auftreten, kann das ein Zeichen für ein gestörte Wahrnehmung oder Wahrnehmungsverarbeitung von akustischen Reizen sein. Wenn ein Kind Mühe hat Farben und Formen zu unterscheiden, es sich gegen ein Abdecken der Augen sträubt, oft schielt oder blinzelt kann dies auf einen Fehler in der visuellen Wahrnehmung oder Wahrnehmungsverarbeitung sein. Wenn ein Kind es stört gewaschen zu werden, wenn das Kind ungern barfuß im Gras, auf Sand oder auf Steinen geht, wenn es das Kind stört schmutzig zu werden und es ungern mit Fingerfarben, Matsch usw. arbeitet und es nicht gerne umarmt oder gehalten wird und Berührungen ablehnt ist dies ein Zeichen für eine taktile Defensivität ( Überempflindlichkeit desTaktilen Systems/ Berührungssystems). Dies kann sich auch durch atypische (nicht typische) emotionale Reaktionen zeigen.
Ist ein Kind häufig in Bewegung, kann nicht still sitzen, rauft gerne und tut anderen Kindern oft unabsichtlich weh, ist das Kind tolpatschig, "bollerig", und ungeschickt und ihm geht viel kaputt hat das Kind eine zu schwach ausgebildete taktile Wahrnehmung (Wahrnehmung des Berührungsempfinden).
Hat das Kind eine schlechte Kraftdosierung, lässt das Kind oft schlaff den Körper hängen (hypoton), stolpert das Kind oft, hat es Probleme in der Bewegungsplannung und kann neue Bewegungen nicht schnell erlernen, hat das Kind Probleme bei der Koordination und Feinmotorik und bei Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) sind das alles Kennzeichen für eine Störung des Propriozeptiven Systems. Das Proprizeptive System ist der Bewegungssinn, der Kraftsinn und der Stellungssinn. Durch Rezeptoren in Muskeln, Sehnen, Bänder, in unteren Hautgewebe und in den Gelenkkapseln werden die Wahrnehmungen des Propriozeptiven Systems aufgenommen und zu Gehirn weitergeleitet wo sie verarbeitet werden.
Fällt ein Kind häufig um, hat es Mühe bei Bewegungsspielen die Balance zu halten, vermeidet es Spiele die das Gleichgewichtssystem ansprechen (z.B. Schaukeln, Karussel fahren etc.) und wird ihm dabei schnell übel oder sucht es übermäßig nach Gleichgewichtsstimulationen (z.B. auffällig langes Karussel fahren) sind das Hinweise auf eine Wahrnehmungsstörung und/oder Wahrnehmungsverarbeitungsstörung des vestibulären Systems ( Gleichgewichtsystem / sinn ).
Auch bei Kinder mit Reitregulationsstörungen wird Ergotherapie eingesetzt. Diese Kinder haben Probleme mit der Reizfilterung, das heißt das sie sehr viele Reize der Umgebung direkt wahrnehmen, ohne eine Selektion der Reize zwischen wichtigen, relevanten Wahrnehmungen und gänzlich unwichtigen Reizen. Die Kinder mit Reizregulationsstörungen verhalten sich meist auffällig. Ein Kennzeichen für die Reizregulationstörung ist, dass die Kinder sich nicht auf eine Sache konzentrieren können, sie arbeiten/spielen selten zielgerichtet. Sie sind schnell ablenkbar. Diese Kinder zeigen meist große Schwankungen des Erregungsnivaus, sowie starke Stimmungsschwankungen. Außerdem reagieren sie auf Reize des taktilen Systems oft sehr wechslhaft. Durch alle diese Verhaltensweisen/Auffälligkeiten entwickeln Kinder mit Reizregulationstörungen starke Probleme im Verhalten.
Feinmtorische Probleme zeigen sich bei Schwierigkeiten bei der Handhabung kleinster und feinster Spielzeuge und Alltagsgegenstände, beim Schneiden mit der Schere, bei der Stifthaltung beim Schreiben und Malen. Kinder mit feinmotorischen Defiziten basteln und malen meist ungern.
Alle diese Wahrnehmungsstörungen können in der Diagnose einer gestörten Körperwahrnehmung zusammengefasst sein. Genauso ist eine Störung das Körperschemas vieles umfassend, da das Körperschema vom vestibulären, propriozeptiven und taktil-kinästetischen System/Sinn gebildet wird. Ein gutes Körperschema zeigt sich durch eine an die Umgebung gut angepasste Bewegung. Es ist die Wahrnehmung der eigenen Bewegungen, der motorischen Anpassung und Planung.
Die Grundlage der Behandlung in der Ergotherapie ist eine ganzheitliche positive Sichtweise des Kindes. In der Ergotherapie soll kein Leistungsdruck entstehen. Die Ergotherapie soll dem Kind Spass machen und seine Motivation stärken. Die Aktivität sollte vom Kind ausgehen und es selber Lösungen finden. Die Empfindungen des Kindes müssen gespürt und erlebt werden dürfen.
Nach einer umfangreichen, differenzierten, ergotherapeutischen Befunderhebung im Laufe der ersten Therapieeinheiten ( z.B. durch Tests, durch bestimmte Spiele, bestimmtes Bewegungsangebot, bestimmte Tätigkeiten z.B. für Feinmotorik basteln u.s.w.) wird gezielt therapeutisch auf die Ursachen der Defizite des Kindes eingegangen. In der Ergotherapie können dann auch Verrichtungen des täglichen Lebens, Bewegung, Spiel und zum Teil auch handwerkliche Tätigkeiten Inhalte der Behandlung sein. Dabei spielen psychologische, pädagogische und didaktische Gesichtspunkte, sowie die Beratung der Eltern und anderer Bezugspersonen eine wichtige Rolle.
So soll die Behandlung in der Ergotherapie Wuppertal die Entwicklung der Kinder fördern. Die Grobmotorik und Feinmotorik soll verbessert werden. Die Bewegungen sollen durch die Koordination, Anpassung und Planung von Bewegung entwickelt und verbessert werden. Die Aufnahme und Verarbeitung von Sinnesreizen und die Körperwahrnehmung soll sich positiv entwickeln und verbessern. Das Körperschema des Kindes sich positiv wandeln. Die Probleme der Kinder im Verhalten sollen geringer werden. Die Kommunikationsmöglichkeiten sollen gefördert und ihre Selbständigkeit ausgebaut werden.
Beispiele für Pädiatrie
- Defizite der Bewegungsplanung und Handlungsplanung
- Koordinationsstörungen ( Feinmotorik und Grobmotorik
- Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom
- Lernprobleme / Lernschwierigkeiten
- Entwicklungsverzögerungen
- Verhaltensstörungen
- Konzentrationsstörungen
- Hyperaktivität
- geistige und körperliche Beeinträchtigungen
- Dyspraxien
- frühkindliche Hirnschädigungen
- Erkrankungen des zentralen Nervensystems
- Dysmelien
- Plexuslähmungen
