Psychisch funktionelle Behandlung
Eine psychisch - funktionelle Behandlung der Ergotherapie wird zur Therapie von psychiosozialen und sozioemotionalen Funktionsstörungen und der dadurch folgenden Fähigkeitsstörungen eingesetzt.
Die psychisch - funktionelle Behandlund dient der Verbesserung und Stabilisierung der psychischen Grundleistungsfunktionen wie u.a. Antrieb, Belastbarkeit, Motivation, Ausdauer, Flexibilität und Selbständigkeit (u.a. in der Tagesstrukturierung). Es wird eine eigenständige Lebensführung und eine Stärkung der Grundarbeitsfähigkeiten (wozu u.a. die psychischen Grundfunktionen, siehe oben gehören) angestrebt. Die Selbstwahrnehmung, sowie die Fremdwahrnehmung gekoppelt mit einer Verbesserung der Realitätsbezogenheit sind sehr wichtige Bausteine der psychisch - funktionellen ergotherapeutischen Behandlung. Dazu gehört auch eine Verbesserung der Körperwahrnehmung, der Wahrnehmungsverarbeitung und kognitiver Funktionen.
So sollen auch eingeschränkte körperliche Funktionen und Fähigkeiten wie Grobmotorik und Feinmotorik, wenn nötig verbessert werden. Ein wichtiges Element ist auch die sozioemotionale Kompetenz und situationsgerechtes Verhalten aufzubauen. Es soll die Psyche stabilisiert, und das Selbstvertrauen gestärkt werden.
Die Entwicklung der Ergotherapie in Wuppertal ist eng mit der Psychiatrie verbunden . In der gesamten Geschichte der psychiatrischen Behandlung finden sich immer wieder Hinweise auf verschiedene Betätigungen in der Psychiatrie , die als förderlich für die psychisch kranken Menschen angesehen wurden .
Dabei werden zwei Schwerpunkte dargestellt die auch heute noch so existieren . Zum einen ist die Beschäftigungstherapie der Einsatz kreativer , handwerklicher , lebenspraktischer und kognitiv übender Techniken zur Förderung der Gesamtpersönlichkeit . Zum anderen ist die Arbeitstherapie die Beteiligung und Förderung psychisch Kranker durch Arbeitsverrichtungen und berufsmäßiger Tätigkeiten . In den 30er Jahren erfolgte die Einführung der Arbeitstherapie in der psychiatrischen Anstalt .
Nach dem zweiten Weltkrieg begann sich die Ergotherapie kontinuierlich zu einer Therapieform zu entwickeln , die neben stützend stabilisierenden Maßnahmen um fördernde und rehabilitative Angebote erweitert wurde . Seit 1977 wird der Begriff Beschäftigungstherapie und Arbeitstherapie verwendet . Durch die eingesetzte Enthospitalisierung in den 80er Jahren entwickelte sich die klinische Arbeitstherapie seinen Baustein der Arbeitsrehabilitation .
Arbeitstraining setzt heute in der Klinik ein und wird nach der Entlassung in den Maßnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung fortgeführt . Die Umsetzung des Grundsatzes ambulant vor stationär führte zum Aufbau eines Netzes psychosozialer Hilfen für psychisch Kranke in den Gemeinden . So entstanden in den 80er und 90er Jahren zahlreiche Wohneinrichtungen , sozialpsychiatrische Zentren und Tagesstätten , sowie Berufstrainingszentren und Arbeitsplätze für psychisch Kranke . Seit 1999 spricht man von Ergotherapie . Die Ergotherapie in Wuppertal gehört heute sowohl in den klinischen als auch in den komplementären Einrichtungen sowie in den Institutionen zur beruflichen Rehabilitation zum Angebotsstandart und ist nicht mehr aus der psychiatrischen Versorgung wegzudenken .
Psychosoziale Aspekte der psychisch-funktionellen Behandlung finden grundsätzlich in allen ergotherapeutischen Verfahren ihre Berücksichtigung . So findet z. B. nie ausschließlich nur eine motorisch-funktionelle Behandlung statt , den auch hier muss der Mensch in allen Facetten wahrgenommen werden . Psychosoziale Behandlungsverfahren stellen verstärkt aus psychiatrischer und psychosomatischen Krankheiten resultierende Fähigkeitsstörungen in den Mittelpunkt der Betrachtung . Voraussetzung für die Therapie ist die Erfassung des gesamten psychischen , sozialen und beruflichen Hintergrundes . Außerdem ist es sehr wichtig , vorhandene Ressourcen und Probleme des Patienten auf dem Hintergrund seiner Psychopatologie zu berücksichtigen . Dafür erstellt der Ergotherapeut einen Befund , um realistische Zielvorstellungen entwickeln zu können . Hierbei ist es wichtig das der Patient möglichst mit einbringen kann . Die Ziele sollten dabei offengelegt werden . Mit Hilfe der psychosozialen Behandlungsverfahren versuchen Ergotherapeuten die Selbstwahrnehmung und Selbsthilfepotentiale zu unterstützen . Das Ziel ist es , Erfahrungsräume einzurichten , die es dem Betroffenen erleichtern sollen , seinen Lebensmittelpunkt zu halten bzw. wiederzufinden . Für die ergotherapeutische Therapie im Therapiezentrum Wuppertal Mark Buchholz steht die Entwicklung , Wiedergewinnung , Verbesserung oder Erhaltung von Handlungskompetenzen im Alltag und Beruf im Vordergrund . Im Bereich der psychisch funktionellen Behandlung werden handwerkliche und gestalterische Medien , sowie kognitive und lebenspraktische Angebote und kommunikative und wahrnehmungsfördernde Maßnahmen gezielt eingesetzt . Vorrangiges Ziel der psychisch funktionellen Behandlung ist es die Haltungskompetenz , die Selbstwahrnehmung und das Selbsthilfepotential des Patienten zu fördern .
Im Mittelpunkt steht die Neuorganisation bzw. Selbstorganisation von Verhalten . Der Ergotherapeut arbeitet als Wegbegleiter . Er öffnet neue psychosoziale Erfahrungsräume und hilft Fähigkeiten und Fertigkeiten einzuüben . Die Angebote zielen sowohl auf die Erweiterung motorischer , manueller , sinnlicher und kognitiver Fähigkeiten , als auch darauf , neue Möglichkeiten des emotionalen und verbalen Ausdrucks sowie der sozialen Interaktion zu eröffnen .
Schwerpunkte der Therapie sind
- Handlungsfähigkeit
- Beziehungsfähigkeit
- Ganzheitlichkeit
- gezielte Beobachtung
- diagnostische Verfahren
- Teamarbeit
- ambulante Maßnahmen
Maßnahmen der psychisch funktionellen Behandlung sind
- die Verbesserung der eingeschränkten körperlichen Funktionen wie z. B. Feinmotorik und Grobmotorik , Körperwahrnehmung und Koordination
- die Verbesserung der Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung , sowie eine Verbesserung der Realitätsbezogenheit
- eine Verbesserung der kognitiven Funktionen
- die Verbesserung und Stabilisierung der psychischen Funktionen wie z. B. Flexibilität und Selbständigkeit , Ausdauer und Belastbarkeit , Antrieb und Motivation
- die Verbesserung der Körperwahrnehmung und Wahrnehmungsverarbeitung
- die Verbesserung der Interaktionsfähigkeit und situationsgerechten Verhaltens
