Schluckstörungen / Myofunktionellestörungen ( Dysphagie )
Unter einer Schluckstörung, einer myofunktionellen Störung versteht man das falsche Schlucken eines Kindes, eines Jungendlichen oder eines Erwachsenen. Dies bedeutet, dass die Zunge beim Schlucken gegen oder zwischen die Zähne presst.
Dieses falsche schlucken wirft für den Zahnarzt bzw. Kieferorthopäden häufig Probleme auf, weil dabei die wirksame Kraft diejenige seiner kieferorthopädischen Geräte aufhebt bzw. vermindert.
Ohne eine myofunktionelle Therapie durch den Logopäden in Ihrem Therapiezentrum Wuppertal, bedeutet dies in vielen Behandlungsfällen Zeitverlust, und es entsteht das Risiko eines Rezidivs nach Absetzen der Behandlung. Viele Kieferorthopäden erkennen das Problem, und auch die Patienten sehen die Notwendigkeit mit Hilfe der Logopädie, diese störenden Kräfte auszuschalten.
Aus diesem Grund begannen Zahnärzte bzw. Kieferorthopäden sich mit der myofunktionellen Therapie zu befassen. Für Zahn- und Kieferregulierungen erlernten die Patienten erneut Schluckmuster. Die Logopädie im Therapiezentrum Wuppertal beschäftigt sich intensiv mit dieser intensiven Therapie. Vordergründig gesehen ist das verstörte Schlucken die Indikation für die Sprachtherapie zu einer myofunktionellen Therapie ( MFT ). Verschiedene Begriffe wie Zunge pressen, Zungenstoß, falsches Schluckmuster, abnormale Schluckgewohnheit usw. haben hier eine Bedeutung.
Die Aufzählung zeigt, dass es zunächst in erster Linie um die Funktion der Zunge geht, welche das im Säuglingsalter noch pysiologische vorschieben beim Schlucken beibehalten hat. Im Normalfall wird dieses primäre, nach vorne ausgerichtete Schluckmuster durch korrektes Saugen an der Brust zu einem Schlucken umgestellt, dass gegen den Gaumen gerichtet ist. Die Zunge ist ein hoch kompliziertes Mustergeflecht. Funktioniert dessen Koordination, sollte die Zunge in der Lage sein, den Transport von Speichel, Speisen und Getränken alleine, d. h. ohne Hilfe der umgebenden Muskulatur, zu bewerkstelligen.
Schafft die Zunge es ist nicht, den notwendigen Unterdruck zum Schlucken selbst und in korrekter Weise nämlich durch Ansaugen der Zunge an den harten Gaumen aufzubringen, müssen benachbarte Muskeln kompensatorisch eingesetzt werden. Folglich geht es bei der Therapie im Therapiezentrum Wuppertal zwar um die Zunge, aber für den Logopäden auch um einen Spannungs- und Funktionsausgleich der Gesichts- und Kiefermuskulatur. Ebenso wenig dürfen wir übersehen, dass bei einer myofunktionellen Störung zwar die Dystonie und Dysfunktion im orofazialen Bereich, aber sekundär jedoch genauso Störungen bezüglich Tonus und Funktion in Ganzkörperbereich ausfallen und sprachtherapeutisch anzugehen sind, wenn Therapieerfolge erreicht werden sollen.
Ursachen einer myofunktionellen Störung und Möglichkeiten zur Vorbeugung sind:
- Störungen während der Embryonalzeit bei der Ausbildung der orofazialen Muskulatur.
- Komplikationen während der Geburt, wie z. B. ein kurzzeitiger, von der Mutter unter Umständen gar nicht registrierter und daher nicht als anamnestischer Faktor auftauchender Sauerstoffmangel, können zu einer minimalen zerebralen Dystonie führen mit der Begleiterscheinung der orofazialen Dystonie. D. h. außer das Funktionsstörungen der Muskulatur allgemein die Folge sein können, so sind natürlich auch solche der Zungen und Gesichtsmuskulatur im speziellen möglich.
- Eine tiefensensorische Minderleistung beispielsweise kann sich im Mangel an feinmotorischem Planen der oralen Feinmotorik äußern ( ungenaue Zungenbewegungen ). Das nicht einnehmen bestimmter Stellungen ( z. B. Zungenruhelage, Lippenschluss ) bzw. die Kontrolle darüber kann auf eine Dyspraxie hinweisen. Die mangelnde bzw. inadäquate Rückmeldung von taktilen Reizen im Mundbereich kann zu orofazialen Störungen führen und kann frühzeitig mit einer sensorischen Integrationstherapie behandelt werden.
- Eine vestibuläre Minderleistung wirkt sich auch auf den Tonus der Beteiligten orofazialen Muskulatur aus und kann die Ursache für eine eingeschränkte Mimik sowie Haltungsprobleme sein, da das Kleinhirn ungenügende Anregung durch entsprechende Reizung bekommt. Es kann auch zu Serialstörungen kommen, d. h. Bewegungsfolgen, wie Lippen im Wechsel rund und breit machen, können nicht durchgehalten werden. Solche Störungen können sich in einer später verwaschenden Aussprache äußern. Auch der Wechsel zwischen Sprechen und Zungenruhelage ist eine ständig wiederkehrende Serie. Auch diese Problematik sollte rechtzeitig erkannt werden und eventuell von Seiten der Ergotherapie durch eine sensorische Integrationstherapie behandelt werden. In Fällen, in denen sich orofaziale Störungen voraussehen lassen, sollte bereits im Säuglingsalter mit einer Logopädie nach Castillo-Morales begonnen werden. Bei bestehen bleiben des Saugschluckreflexes, nach der Geburt von lebenserhaltender Wichtigkeit ist, könnte die Ursache in einer ungünstigen Säuglings und dann auch Kleinkinderernährung liegen. Wie alle primitiven Reflexe in den ersten Lebensmonaten abgebaut werden, so sollte sich auch der Saugschluckreflex zu einem gaumenwärtsgerichteten Schlucken wandeln. Wird ein nach dental/labial gerichtetes Schlucken aufrecht erhalten, kann dies verursacht sein durch eine ungünstige Säuglings- und Kleinkindernährung.
Bei gestörter neuromotorischer Entwicklung im Säuglings- oder Kleinkindalter muss eine Therapie nach den Methoden von Bobath ( z. B. Kinderphysiotherapie nach Bobath ) oder Castillo-Morales durchgeführt werden. Ab dem Kleinkindalter kann die neuromotorische Reorganisation sehr hilfreich sein, hierbei wird die ganzkörperliche Koordination der Bewegungen nach entwickelt was sich ebenfalls günstig auf die Feinkoordination im orofazialen Bereich auswirkt. Bei neurologischen Störungen im Kindes-, Jungend- oder Erwachsenenalter ( neurologische Schluckstörungen, Fazialisparesen ) ist unter anderem die Propriozeptive Neuromuskuläre Faszilitation ( PNF ) anzuwenden. Diese physiotherapeutische Methode zielt darauf, mit thermalen Reizen und dem Prinzip der Dehnung eine Tonusverbesserung der gestörten Motorik zu erreichen. Parallel dazu können auch aktive Bewegungsmethoden z. B. MFT nach einer bestimmten Vorgehensweise angewandt werden.
Ziele des Logopäden, im Therapiezentrum Wuppertal, in der myofunktionellen Therapie sind eine Korrektur des falschen Schluckablaufes und der in Folge dessen gestörten orofazialen Muskelfunktionen und zum anderen die Lösung der gleichzeitig bestehenden Ganzkörperproblematik, bezüglich Körperhaltung und Körpersymmetrie, Augenhandkoordination, Blickkontakt, Händedruck, Konzentration, Zwerchfellfunktion und schlaffer innerer Haltung.
