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Stimmstörungen ( Dysphonie und Aphonie )

Bedeutend für die Stimmstörung ist die Frage nach dem lebensgeschichtlichen und situativen Hintergrund der Stimmerkrankung. Zunächst ist natürlich auch die medizinische Anamnese zu klären. Gibt es Anhaltspunkte für körperliche Teilursachen, z. B. Traumen der Sprachorgane und Atmungsorgane, im Hals, Nasen, Ohren oder hirnorganischen Bereich? Erfolgten diesbezüglich fachärztliche Konsultationen?

Als ebenso wichtig erweist sich in der Praxis aber oft die Frage: hat sich in der inneren oder äußeren Lebenssituation des Patienten etwas geändert? Hintergründe psychischer Probleme und Krisen können sehr schwer auffindbar sein. Häufig sind Trennung und Verlust einer wichtigen Person auslösend für eine Symptomatik, dabei kan es durchaus genügen, dass ein Verlust nur unbewusst befürchtet wird.

Das Zusammenspiel von körperlichen und seelischen Ursachen kann sich im Sinne der leibseelischen Ganzheit des Menschen sehr vielfältig äußern. Immer wieder begegnet man in der Logopädie Fällen, in denen eine Stimmerkrankung zunächst nur organisch bedingt ist und allmählich psychisch überlagert wird. Am organisch bedingten Symptom wird dabei aus unbewussten Gründen festgehalten, da der Patient aus dem Symptom einen sogenannten sekundären Krankheitsgewinn bezieht.

Die kommunikativen Grundlagen der Stimmtherapie verdeutlichen das ein ganzheitlich orientierter Stimmtherapeut in der Logopädie eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen sollte, die weit über das hinausgehen, was er in einer eher funktionalen technischen Ausbildung erlernen kann. Der Sprachtherapeut sollte mit seinen persönlichen Eigenschaften besonders intensiv auf seine Rolle als Kommunikationstherapeut eingehen. Hierdurch kann er auch leichter die individuellen Bereiche des Patienten wahrnehmen, achten und sein Anderssein respektieren und annehmen.